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Bürgerhilfe e.V.
 

Neue Luftschadstoff-Messstation in Blankenfelde-Mahlow

Allgemein

messstation_160.jpgWieder ein Punkt aus dem 30-Punkte-Plan umgesetzt

Umweltministerin Tack nahm am 24.06. Anlage in Betrieb

Am Donnerstag hat die Brandenburger Umweltministerin Anita Tack in Blankenfelde-Mahlow eine neue Anlage zur Überwachung der Luftschadstoffbelastung am künftigen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Betrieb genommen. Direkt neben der Astrid-Lindgren-Grundschule in Glasow war der grün-weiße Quader mit der Aufschrift „Luftmessnetz Brandenburg" errichtet worden, der nun offiziell eingeweiht wurde.

Dazu erklärt der Landtagsabgeordnete Christoph Schulze: „Wir befinden uns hier an einem der Orte, die am stärksten von den Auswirkungen des Flughafens BBI betroffen sein werden. Problematisch ist nicht nur der Lärm, sondern auch die Luftschadstoffe, die durch Starts und Landungen abgegeben werden. Eine dauerhafte, regelmäßige Kontrolle ist Voraussetzung dafür, dass schädliche Werte festgestellt werden und dann auch gehandelt werden kann, um Gesundheitsgefahren von den Menschen abzuwenden."

In Abstimmung mit den Anliegergemeinden des BBI wurde deshalb für den Messcontainer ein Standort gewählt, an dem sich Menschen längere Zeit aufhalten oder wohnen: neben der Astrid-Lindgren-Grundschule in Blankenfelde-Mahlow.  Dadurch, dass die Messungen über ein Jahr vor der geplanten Inbetriebnahme des Flughafens beginnen, wird auch ein Vorher-Nachher-Vergleich möglich sein und die Zunahme von Schadstoffen durch den neuen Großflughafen wird klar erkennbar sein.

Die Messstation in Glasow ist mit modernster Technik im Wert von rund 140.000 Euro ausgestattet. Sie ermittelt ab dem 24. Juni 2010 die Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub. Jeder kann die alle drei Stunden

aktualisierten Messwerte sowie die von der Europäischen Union festgelegten Grenzwerte im Internet unter http://www.mugv.brandenburg.de/info/luft-online oder auf den Videotextseiten 185/186 des rbb einsehen.

Nachdem der offizielle Eröffnungstermin mit Ministerin Tack vorbei war, nahm sich Schulze die Zeit, sich die neue Messstation von den Experten des Landesumweltamts, Dr. Sabine Hahn und Manfred Lotz, erklären zu lassen.

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Zusätzlich zu den Luftschadstoffen werden durch die Station auch meteorologische Parameter gemessen. 2011 startet zusätzlich die systematische Sammlung von Proben für den Labornachweis von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Ruß im Feinstaub, Benzol sowie einer Leitsubstanz zum Nachweis von Kerosin. Diese Daten werden quartals- und jahresweise bekannt gegeben.

Mit der neuen Messstelle in Mahlow ermitteln insgesamt 26 feste Stationen des Landesumweltamts (LUA) in Städten und ländlichen Regionen Brandenburgs sowie im verkehrsnahen Raum automatisch und kontinuierlich die Luftgüte im Land. Die Überwachung der Luftqualität erfolgt nach EU-weiten Vorgaben auf der Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes.

Christoph Schulze: „Mit der Einrichtung dieser Luftschadstoff-Messtation ist ein weiterer Punkt des 30-Punkte-Plans umgesetzt. Daran kann man sehen, dass es voran geht und dass wir etwas tun für die betroffenen Menschen."

 

Dokumentation:

a) 30 Punkte Plan

b) http://de.wikipedia.org/wiki/Luftschadstoff

c) http://de.wikipedia.org/wiki/Umweltschadstoff

d) http://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub

e) http://de.wikipedia.org/wiki/Nanopartikel

 

Landesumweltamt:

Beurteilung und Kontrolle der Luftqualität

Die an den automatischen Mess-Stellen kontinuierlich gemessenen Schadstoff-Konzentrationen werden zu Halbstundenmesswerten zusammengefasst und zeitnah per Datenfernübertragung an die Messnetzzentrale übermittelt.

Hier erfolgt die Bewertung, Weitergabe und die Veröffentlichung der Daten.

 

Die wichtigsten Ziel- und Grenzwerte

Feinstaub (PMIO):

Der Tagesgrenzwert beträgt 50 pg/m3 und darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden. Der zulässige Jahresmittelwert liegt bei 40 pg/m3.

Stickstoffdioxid:

Der 1-Stunden-Grenzwert wurde auf 200 pg/m3 (bis 2010 zuzüglich einer jährlich sinkenden

Toleranzmarge) festgelegt, der nicht öfter als 18mal im Kalenderjahr überschritten werden darf.

Der Jahresgrenzwert beträgt 40 pg/m3 (bis 2010 ebenfalls zuzüglich einer jährlich sinkenden

Toleranzmarge). Insbesondere der Jahresgrenzwert von 40 pg/m3 entspricht gegenüber dem heutigen Stand einer deutlichen Verschärfung des Grenzwertes. Bei Überschreitung dieser Werte sind nach § 47 (2) BImSchG Luftreinhalte- bzw. Aktionspläne für die betroffene Kommune aufzustellen.

Ozon:

Ab 1-Stunden-Werten von 180 µg/m3 wird die Bevölkerung aktuell informiert. Personen, die erfahrungsgemäß empfindlich auf Luftschadstoffe reagieren, wird dann vorsorglich empfohlen, ungewohnte körperlich anstrengende Tätigkeiten im Freien zu vermeiden. Von besonderen sportlichen Ausdauerleistungen wird abgeraten.

Kohlenmonoxid:

Der höchste 8-Stunden-Mittelwert eines Tages darf 10 mg/m3 nicht überschreiten.

Schwefeldioxid:

Der 1-Stunden-Grenzwert beträgt 350 pg/m3 und darf höchstens 24mal im Jahr überschritten werden. Der Tagesgrenzwert von 125 pg/m3 darf nicht öfter als 3mal im Kalenderjahr überschritten werden.

Alle ermittelten Daten bilden die Grundlage zur

·         Beurteilung und Bewertung der Luftqualität

·         Kontrolle der Einhaltung von europaweit vorgegebenen Grenzwerten

·         Information der Öffentlichkeit

·         Aufstellung von Luftreinhalteplänen bzw. Aktionsplänen

·         Erfolgskontrolle der zur Reduzierung der Feinstaubbelastüng durchgeführten Maßnahmen

·         Planung von lndustrieansiedlungen und Verkehrswegen.

Ziel aller Maßnahmen ist es, die Qualität der Luft zu erhalten und wenn nötig zu verbessern.

 

Wo kann man sich über die aktuelle Luftbelastung informieren:

·         Im Internet: http://www.mugv.brandenburg.de/info/luft-online  oder für bundesweite Aussagen: www.uba.de

·         im Videotext des rbb auf den Tafel 185 und 186

·         unter der Telefon-Nummer 033201/50 555 über aktuelle Ozonwerte und -prognosen

 

Mehr erfahren kann man in den Publikationen:

·         Umweltdaten aus Brandenburg, LUA 2007

·         Luftqualität in Brandenburg, LUA jährlich

·         Luftreinhalteplanung im Land Brandenburg,MLUV (2007)

 

Die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen:

·         Bundesimmissionsschutzgesetz

·         Luftqualitätsrahmenrichtlinie der EU

·         1 .-4. EU-Tochterrichtlinien, umgesetzt in deutsches Recht durch Durchführungsverordnungen zum Bundesimmissionsschutzgesetz (22.BlmSchV und 33.BlmSchV)

·         EU-Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft in Europa